„Squid Game“: Beats und Verletzungen von Kindern nach Netflix-Hits


Das „Kinderspiel“ aus der gesellschaftskritischen Horror-Dramaserie „Squid Game“ schlug den Schulhof und das Kinderzimmer ein. Experten läuten die Alarmglocke.

Frankfurt-„Squid Game“ erobert die Welt. Die sozialkritische Bewertung des koreanischen Filmemachers Hwang Dong-hyuk überstieg 100 Millionen Hits und war in etwa 100 Ländern die Nummer eins der Netflix-Charts. „Squid Game“ ist derzeit die meistgesehene Netflix-Serie. Und dieses Phänomen breitet sich auch im wirklichen Leben aus. Die diesjährigen Halloween-Kostüm-Hits: Alles zum Thema „Squid Game“.

Nicht nur das. In „Squid Game“, vereinfacht gesagt, wird ein Kinderspiel aus dem Spielplatz geholt und in einen Kampf zwischen Leben und Tod verwandelt, doch nun geschieht in abgeschwächter Form das Gegenteil. Dies ist das Spiel, das auf Netflix angezeigt wird. Schlagen Sie die Verschüttung vom Bildschirm des Schulhofs zurück.

Spiele, die stark in der koreanischen Kultur verwurzelt sind, erreichen nicht mehr nur Kindergruppen in ihrer ursprünglichen, unschuldigen Form. Durch den nur durch das „Tintenfisch-Spiel“ hinzugefügten Überlebenskampf ist der Verlierer des Spiels die „Disqualifikation“, ein getöteter Euphemismus, und Kinderspiele werden immer brutaler. Wird der Protagonist in einer fiktiven Geschichte getötet, können die Verlierer der spielenden Kinder missbraucht oder geschlagen werden.

Belgien: Schulkinder schlagen, während sie ein Tintenfischspiel nachstellen

Dies geschah beispielsweise in Belgien, wo Grundschüler das Spiel „Cow on the Mountain“ spielten. In „Squid Game“ heißt es „Rotes Licht, grünes Licht“. Wer nicht rechtzeitig die Ziellinie erreichte oder in Bewegung geraten war, wurde geschlagen. Nicht nur in Belgien, sondern auch in Großbritannien, Italien und Schweden warnen Schulen dringend vor dem Kopieren und gewaltsamen Gebrauch von „Tintenfisch-Spielen“.

Die Eltern wurden gebeten, ihren Kindern die Ergebnisse solcher Spiele zu zeigen und sie darauf hinzuweisen, dass die Gewaltanwendung bei „Tintenfischspielen“ nur fiktiv war. Im englischen Kent zwang der Hype um das „Tintenfisch-Spiel“ die Schulen sogar dazu, zusätzliche Gewaltprävention zu starten.

Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Berichte, dass Kinder verletzt werden, wenn sie versuchen, Süßigkeiten mit Bezug zu Honigtoffee, sogenanntem Poppi und Honigwabentoffee, herzustellen. Beim „Squid Game“ müssen die Teilnehmer unter Zeitdruck aus diesem harten Keks aus Karamellzucker und Backpulver ein zuvor keksförmiges Muster extrahieren. Wenn sie es verpassen oder das Bonbon zerbricht, erwartet sie der Tod.

„Tintenfisch-Spiel“: Verursachen Sie schwere Verbrennungen, während Kinder Mohnblumen backen

Die sogenannte Challenge, dieses Spiel zu imitieren, ist mittlerweile auf der vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebten Plattform TikTok weit verbreitet. Um an die benötigten steifen Kekse zu kommen, finden Plattformnutzer dort auch Anleitungen zum Backen. Derzeit berichten mehrere englische Medien in Vorbereitung über den Unfall. Ein 14-jähriges Kind in Australien zum Beispiel brannte sich die Nerven, als in seiner Hand ein ungeeigneter Mikrowellenbecher explodierte. Die Mischung aus Zucker, Backpulver und Wasser wird in der Mikrowelle so heiß, dass die Tasse der Hitze nicht standhält.

Dann lief eine Mischung aus noch flüssigem Karamellzucker und Plastik von den Knien über die Schienbeine, „brennt wie Toffee auf den Nerven“, so ihre Mutter. So konnte der Junge eine schwere Operation vermeiden, muss nun aber lange Zeit Druckverbände tragen und leidet unter starken Schmerzen. Inzwischen häufen sich solche Meldungen, allein in Australien sind zuletzt drei Fälle bekannt geworden.

Serie Tintenfisch-Spiel
Erste Sendung 17.09.2021
Genre Drama / Horror
Idee Hwang Dong Hyuk
Ehemalige Korea
Jahreszeit 1

Es ist eine solche Szene, die einen Experten ruft. Linda Wickham, Direktorin der Dulwich Hill Public School in Sydney, forderte die Eltern in einem Feuerbrief auf, den Netflix-Konsum ihrer Kinder genauer zu überwachen. Mit nur wenigen Klicks können Sie Ihren eigenen Zugang erstellen, der es Kindern ermöglicht, nur auf Inhalte für ihre Altersgruppe zuzugreifen. Beispielsweise ist „Squid Game“ in den meisten Gebieten nur für Personen über 16 Jahren zugelassen.

Experten fordern Eltern auf, mit ihren Kindern über „Tintenfischspiele“ zu sprechen

„‚Squid Game‘ bietet extreme Gewalt und Blut, unangemessene Sprache und Szenen, die schreckliche Momente zeigen, die für Grund- und Oberschüler ungeeignet und nicht geschätzt werden“, schrieb Wickham. Der Erzieher berichtete auch, dass er die Sechsjährigen kenne, die das „Tintenfisch-Spiel“ gesehen hätten, und warnte, dass „diese unangemessenen Inhalte sich negativ auf das Spiel auf dem Spielplatz auswirken werden“.

Stefan Drewes, Leiter des Schulpsychologischen Zentrums Düsseldorf, hat in einem Interview mit dem RP online eine „klare Grenze“ für die Schule gesetzt und sie aufgefordert, das „Tintenfisch-Spiel“ zu verhindern. Darin heißt es außerdem: Das hohe Interesse an dieser Reihe bietet auch die Möglichkeit, mit Kindern und Jugendlichen über bestehende Themen zu sprechen. Aber „Tintenfisch-Spiele“ einfach zu ignorieren, sei keine Lösung, sagt Drewes. Eltern und Lehrer müssen damit umgehen, dass die Serie aktuell auf dem Markt ist und auch von Kindern und Jugendlichen konsumiert wird.

Kinder im Norden Schleswig-Holsteins spielen „Tintenfisch“

Hier sind Eltern verpflichtet, vor allem in Gewaltsituationen verständlich mit ihren Kindern zu sprechen. Insbesondere Kinder und Jugendliche wollen laut Drews eine solche Serie unter sich sehen, nicht mit Erwachsenen. Er rät seinen Eltern, die Serie zunächst selbst zu studieren, falls sie reagieren müssen. Drews sagt, dass Kindern besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss, insbesondere wenn sie „anfällig für Gewalt und gewalttätige Fantasien“ sind, insbesondere in schulischen Umgebungen.

Bisher scheint der Appell an manchen Orten noch nie gehört worden zu sein. Im schleswig-holsteinischen Pinneberg beispielsweise spielten sogar Kinder in Kitas „Tintenfisch-Spiele“, so der Schleswig-Holstein-Verlag. Die Kita-Leiterin appellierte an die Eltern. „Zeig diese Serie nicht Kindern, auch wenn du da bist.“ (Mirko Schmidt)



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